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Vietnamesische und deutsche phraseologismen mit tierbezeichnungen ein kontrastiver vergleich aus linguistischer und kultureller sicht am beispiel von hund und katze

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NATIONALUNIVERSITAT HANOI
HOCHSCHULE FUR FREMDSPRACHEN
ABTEILUNG FUR POSTGRADUALE STUDIEN

NGUYỄN THỊ THIÊN TRANG

VIETNAMESISCHE UND DEUTSCHE PHRASEOLOGISMEN
MIT TIERBEZEICHNUNGEN
EIN KONTRASTIVER VERGLEICH AUS LINGUISTISCHER UND
KULTURELLER SICHT
AM BEISPIEL VON HUND UND KATZE

THÀNH NGỮ CÓ TỪ NGỮ CHỈ ĐỘNG VẬT TRONG TIẾNG ĐỨC
VÀ TIẾNG VIỆT
MỘT NGHIÊN CỨU SO SÁNH ĐỐI CHIẾU QUA VÍ DỤ “CHĨ” VÀ “MÈO”,
XÉT TỪ BÌNH DIỆN NGƠN NGỮ VÀ VĂN HỐ
MASTERARBEIT

im Studiengang Linguistik
Fachbereichsnr.: 8220205.01

Hanoi - 2020


NATIONALUNIVERSITAT HANOI
HOCHSCHULE FUR FREMDSPRACHEN
ABTEILUNG FUR POSTGRADUALE STUDIEN

NGUYỄN THỊ THIÊN TRANG

VIETNAMESISCHE UND DEUTSCHE PHRASEOLOGISMEN


MIT TIERBEZEICHNUNGEN
EIN KONTRASTIVER VERGLEICH AUS LINGUISTISCHER UND
KULTURELLER SICHT
AM BEISPIEL VON HUND UND KATZE

THÀNH NGỮ CÓ TỪ NGỮ CHỈ ĐỘNG VẬT TRONG TIẾNG ĐỨC
VÀ TIẾNG VIỆT
MỘT NGHIÊN CỨU SO SÁNH ĐỐI CHIẾU QUA VÍ DỤ “CHĨ” VÀ “MÈO”,
XÉT TỪ BÌNH DIỆN NGƠN NGỮ VÀ VĂN HỐ
MASTERARBEIT

im Studiengang Linguistik
Fachbereichsnr.: 8220205.01
betreut von: Dr. Le Tuyet Nga

Unterschrift: _______________

Hanoi - 2020


EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Hiermit erkläre ich, dass ich diese Masterarbeit selbstständig verfasst und keine
anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe sowie die Stellen
der Arbeit, die in anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinn nach entnommen
sind, durch Angaben der Quellen sichtbar gemacht wurden. Die Arbeit wurde auch
bisher nie in gleicher oder vergleichbarer Form veröffentlicht.

_________________________


_________________________

Ort, Datum

Unterschrift

i


DANKSAGUNG
An dieser Stelle möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die mich während
der Anfertigung dieser Masterarbeit unterstützt und motiviert haben.
Zuerst gebührt mein großer Dank Frau Dr. Lê Tuyết Nga, die meine Masterarbeit
betreut und unterstützt hat. Für die hilfreichen Anregungen und die konstruktive
Kritik bei der Erstellung dieser Arbeit möchte ich mich herzlich bedanken.
Des Weiteren möchte ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen der Abteilung
für Deutsche Sprache, insbesondere Herrn Dr. Lê Hoài Ân, für die Unterstützung
und Motievierung bei dem Erstellen dieser Arbeit.
Ebenfalls möchte ich mich bei meinen Kommilitonen Lê Hồng Vân und Trần Thị
Thu Hà bedanken, die mir mit viel Geduld, Hilfsbereitschaft zur Seite standen.
Bedanken möchte ich mich für die zahlreichen interessanten Debatten und Ideen,
die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass diese Masterarbeit in dieser Form
vorliegt.
Nicht zuletzt gebührt ein ganz spezieller Dank meiner lieben Familie für die
bedingungslose Unterstützung während meines ganzen Studiums. Auch in
schwierigen Phasen sind sie für mich da, mich motivieren und verstärken.

Hanoi, 30.08.2020

ii



ZUSAMMENFASSUNG

In dieser Arbeit geht es um einen Vergleich aus linguistischen und kulturellen Sicht
zwischen Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“ und „Katze“ im
Vietnamesischen und Deutschen. Es ziel darauf ab, die Formen und ihre
sprachspezifischen Merkmale darzustellen und die Symbole der „Hund“ und
„Katze“ sowie kulturelle Einflüsse herauszufinden. Ein Korpus wurde erstellt, in
dem nur Phraseologismen mit „Hund“ und „Katze“ als repräsentative Tiere für die
empirische Untersuchung ausgewählt werden.
Nach der Analyse des Korpus wurde festgestellt, das die Phraseologismen mit
Tierbezeichnung „Hund“ und „Katze“ in beider Sprachen haben verschiedenen
Formen, auf vietnamesisch meist Phraseologismen mit prädikativen Konstruktionen
und Wortpaare, auf deutsch jedoch Verbalphrasen. Aus der kulturellen Sicht ist es
klar

zu

sehen,

dass die Tierbezeichnung als

Strukturkomponenten

der

Phraseologismen national-spezifisch sind und das Erlernen ihres Gebrauchs von
großer Bedeutung ist, denn sie gehen auf die nationalen kulturspezifischen
Symbolen zurück.


iii


INHALTSVERZEICHNIS
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG .....................................................................i
DANKSAGUNG ........................................................................................................ii
ZUSAMMENFASSUNG ........................................................................................ iii
AKKÜRZUNGSVERZEICHNIS ...........................................................................vi
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ............................................................................vii
TABELLENVERZEICHNISv ............................................................................. viii
1. Einleitung ............................................................................................................. 1
1.1 Themenwahl und Problemstellung................................................................................ 1
1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung ............................................................................... 2
1.3 Forschungsstand ............................................................................................................. 2
1.4 Aufbau der Arbeit, Vorgehensweise und Methoden ................................................... 4
2. Phraseologie ............................................................................................................ 6
2.1 Phraseologische Grundbegriffe ..................................................................................... 6
2.1.1 Zum Begriff Phraseologie .......................................................................................... 6
2.1.2 Zum Begriff Phraseologismus.................................................................................... 7
2.1.3 Zur Abgrenzung von Sprichwörtern .......................................................................... 8
2.2 Eigenschaften der Phraseologismen............................................................................10
2.2.1 Polylexikalität ............................................................................................................10
2.2.2 Stabilität/Festigkeit....................................................................................................11
2.2.3 Idiomatizität ...............................................................................................................14
2.2.4 Expressivität ..............................................................................................................17
2.2.5 Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit .................................................................18
2.3 Klassifikation der Phraseologismen ............................................................................18
2.3.1 Klassifikation nach H. Burger ..................................................................................19
2.3.2 Klassifikation nach Fleischer ...................................................................................22

2.3.3 Klassifikation nach Hoàng Văn Hành .....................................................................25
2.4 Spezielle Gruppe der Phraseologismen ......................................................................29

iv


2.4.1 Komparative Phraseologismen.................................................................................30
2.4.2 Phraseologische Wortpaare ......................................................................................39
3. Tiere und ihre Symbolik in den vietnamesischen und deutschen Kulturen .......... 40
3.1 Der Hund.......................................................................................................................41
3.1.1 Der Hund in der vietnamesischen Kultur ................................................................41
3.1.2 Der Hund in der deutschen Kultur ...........................................................................44
3.2 Die Katze ......................................................................................................................45
3.2.1 Die Katze in der vietnamesischen Kultur ................................................................45
3.2.2 Die Katze in der deutschen Kultur ...........................................................................48
4. Empirische Untersuchung .................................................................................. 49
4.1Eine Vorstudie: Die Häufigkeit der Tierbezeichnungen in den Phraseologismen....49
4.1.1 Die Häufigkeit der Tierbezeichnungen in den vietnamesischen hraseologismen ...50
4.1.2 Die Häufigkeit der Tierbezeichnungen in den deutschen Phraseologismen .........52
4.1.3 „Hund“ und „Katze“ als die meist verwendeten Tiere beider Sprachen ...............52
4.2 Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“ .........................................................53
4.2.1 Klassifikation der Phraseologismen .........................................................................53
4.2.2 Expressivität der Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“.........................62
4.2.3 Symbolik des „Hundes“............................................................................................63
4.3 Phraseologismen mit der Tierbezeichnung „Katze“ ..................................................67
4.3.1 Klassifikation der Phraseologismen .........................................................................67
4.3.2 Expressivität der Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Katze“ ........................72
4.3.3 Symbolik der “Katze” ...............................................................................................73
5. Schlussfolgerung und Ausblick............................................................................. 77
LITERATURVERZEICHNIS ............................................................................... 80

Anhang: Phraseologismen mit Tierbezeichnung „Hund“ und „Katze“ ...................... I

v


AKKÜRZUNGSVERZEICHNIS

bzw. : beziehungsweise
d. h. : das heißt
m. E. : meines Erachtens
usw. : und so weiter
z. B. : zum Beispiel
i.d.R. : in der Regel
ca. : circa
vgl. : vergleichen

vi


ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Elemente eines komparativen Phraseologismus (vgl. Burger 2010: 46) ................. 21
Abbildung 2: Klassifikation der Phraseologismen nach Burger (2010) - Eigene Darstellung ....... 22
Abbildung 3: Übersichtstabelle der festgeprägten prädikativen Einheiten.................................. 24
Abbildung 4: Semantische Klassifikation (vgl. Hoàng Văn Hành 2010: 48) .............................. 26
Abbildung 5: Strukturelle Klassifikation (vgl. Hoàng Văn Hành 2010: 49) ............................... 26
Abbildung 6: die Grundtypen der metaphorischen Phraseologismen mit asymmetrischer Struktur
(vgl. Burger 2010: 96) ........................................................................................................ 28
Abbildung 7: Die einzelnen Elemente in einem Äquativvergleiche (Thurmair 2001: 1) .............. 31
Abbildung 8: Vergleichstruktur mit verschiedenen Terminologien der Elemente ....................... 33
Abbildung 9: Formen des normalen Vergleiches .................................................................... 35

Abbildung 10: Nghe im 17. Jahrhundert (Ha Hiep 2015) ........................................................ 42
Abbildung 11: Lao Hac und sein Hund in der Kurzgeschichte von Nam Cao............................. 43
Abbildung 12: Das berühmte Dong Ho-Volksgemälde „Mäusehochzeit“ .................................. 47
Abbildung 13: Katze und Hund in deim Volkslied ................................................................. 47

vii


TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: Phraseologismen und Sprichwörter im Vergleich (vgl. Nguyen Dinh
Hung 2007: 12) ......................................................................................................... 10
Tabelle 2: Elemente eines vollständigen Vergleiches (vgl. Nguyen The Lich
2009: 1ff.) ................................................................................................................. 31
Tabelle 3: Elemente eines unvollständigen Vergleiches (normale Reihenfolge) ..... 31
Tabelle 4: Elemente eines unvollständigen Vergleiches (nicht normale Reihenfolge) . 32
Tabelle 5: Elemente eines normalen Vergleiches nach der Struktur von Hoang Van
Hanh (vgl. Nguyen The Lich 2009: 5f.).................................................................... 32
Tabelle 6: Funktion der Ausgangsbegriffe eines komparativen Phraseologismus ... 35
Tabelle 7: Elemente eines vollständigen Vergleiches (nicht normale Reihenfolge) 37
Tabelle 8: Übersichtstabelle über die verschiedenen Terminologien der Elemente
eines Vergleichs ........................................................................................................ 38
Tabelle 9: Vergleichstabelle der phraseologisierten Wortpaaren verschiedener
Autoren ...................................................................................................................... 40
Tabelle 10: Die Anzahl der häufigsten vorkommenden Tiere in den untersuchenden
vietnamesischen Phraseologismen ............................................................................ 50
Tabelle 11: Die häufigsten vorkommenden Tiere in den vietnamesischen
Phraseologismen verschiedener Autoren im Vergleich ............................................ 50
Tabelle 12: Die häufigsten vorkommenden Tiere in den untersuchenden deutschen
Phraseologismen ....................................................................................................... 52
Tabelle 13: Die häufigsten vorkommenden Tiere in den vietnamesischen und

deutschen Phraseologismen im Vergleich ................................................................ 52
Tabelle 14: Klassifikation der Phraseologismen mit „Hund“ nach formalem
Kriterium ................................................................................................................... 53
Tabelle 15: Struktur der vietnamesischen komparativen Phraseologismen mit
„Hund“ ...................................................................................................................... 55
Tabelle 16: Struktur derdeutschen komparativen Phraseologismen mit „Hund“ ..... 55

viii


Tabelle 17: Funktion des Vergleichs in den komparativen Phraseologismen mit
„Hund“ ...................................................................................................................... 56
Tabelle 18: Klassifikation der anderen Phraseologismen mit „Hund“ im
Vietnamesischen und Deutschen............................................................................... 61
Tabelle 19: Expressivität der vietnameischen und deutschen Phraseologismen mit
„Hund“ ...................................................................................................................... 62
Tabelle 20: symbolische Bedeutung des Hundes in den vietnamesischen und
deutschen Phraseologismen ...................................................................................... 65
Tabelle 21: Gemeinsamkeiten und Unterschiede der symbolischen Bedeutungen des
Hundes in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen ............................ 65
Tabelle 22: Klassifikation der Phraseologismen nach formalem Kriterium ............. 67
Tabelle 23: Struktur der vietnamesischen komparativen Phraseologismen mit
„Katze“ ...................................................................................................................... 68
Tabelle 24: Struktur der deutschen komparativen Phraseologismen mit „Katze“ .... 68
Tabelle 25: Funktion des Vergleichs in den komparativen Phraseologismen mit
„Katze“ ...................................................................................................................... 69
Tabelle 26: Klassifikation der anderen Phraseologismen mit „Katze“ im
Vietnamesischen und Deutschen............................................................................... 72
Tabelle 27: Expressivität der vietnamesischen und deutschen Phraseologismen mit
Bezeichnung „Katze“ ................................................................................................ 73

Tabelle 28: Symbolische Bedeutung der Katze

in den vietnamesischen und

deutschen Phraseologismen ...................................................................................... 75
Tabelle 29: Gemeinsamkeiten oder Unterschiede der symbolischen Bedeutungen
der Katze in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen ........................ 76

ix


1. Einleitung
1.1 Themenwahl und Problemstellung
Aufgrund der Globalisierung ist es fast unabdingbar, sich mindestens eine
Fremdsprache anzueignen. Spracherlernen bedeutet nicht nur die Beschäftigung mit
linguistischen Aspekten, sondern auch das Kennenlernen einer anderen Kultur. Die
Erfassung der wichtigen und typischen Merkmale einer Kultur erleichtert den
Lernenden vor allen Dingen die Kommunikation mit dem Gegenüber aus einer
fremden Kultur.
Phraseologismen gelten nicht nur als komplexe sprachliche Einheiten, sondern sie
gehören zusätzlich zu den wichtigsten und unersetzlichen Teilen der Kultur einer
Komunikationsgemeinschaft. Außerdem stellen sie ein sowohl zeit- als auch
kulturübergreifendes Phänomen dar. Daher werden sie meisten benutzt, um die
Lebensanschauung und Lebensweisheiten von Menschen auszudrücken.
In den Phraseologismen kommen oft Tiere vor. Die Ursache liegt darin, dass sie
oftmals Gefährten der Menschen sind und in jeder Kultur wichtige Rollen spielen.
Zum Beispiel wird in Deutschland gesagt: Die großen Fische fressen die kleinen,
und in Vietnam: cá lớn nuốt cá bé (große Fische fressen kleine Fische); oder in
Deutschland: wie ein Pferd arbeiten aber in Vietnam: làm như trâu (arbeiten-wieWasserbüffel). Es ist durchaus möglich, dass in verschiedenen Kulturen manchmal
gleiche oder verschiedene Tierbezeichnungen verwendet werden, um denselben

Sachverhalt zum Ausdruck zu bringen. Und warum die Vietnamesen in dem
vorgenannten Beispiel Wasserbüffel statt wie in Deutschland Pferd als
idiomatisches Bild benutzen, hat seinen Ursprung in den Einflüssen der kulturellen
Unterschiede. Der Vergleich von Tierbildern in den Phraseologismen würde auch
zum Teil einen bedeutenden Beitrag zur kontrastiven Linguistik leisten.
Aus diesen Gründen wurden die deutschen und vietnamesischen Phraseologismen
mit Tierbezeichnungen im Vergleich als Forschungsgegenstand der vorliegenden
Masterarbeit gewählt.

1


1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung
Die vorliegende Arbeit wirft die Frage auf, welche Gemeinsamkeiten und
Unterschiede es zwischen den deutschen und vietnamesischen Phraseologismen mit
Tierbezeichnungen, nämlich „Hund“ und „Katze“, gibt. Um diese Forschungsfrage
zu beantworten, konzentriert sich die Arbeit auf einen Vergleich aus linguistischer
und kultureller Sicht und dabei sind folgende Teilfragen schrittweise zu behandeln:
-

Wie werden die Phraseologismen mit „Hund“ und „Katze“ klassifiziert?
Welche Formen kommen am häufigsten vor? Welche sprachspezifischen
Merkmale liegen zugrunde?

-

Welche auf Menschen und Situationen übertragbaren Eigenschaften werden
den Hunden und Katzen zugeschrieben? Üben kulturelle Unterschiede einen
Einfluss auf die Symbolik der Tiere in den Phraseologismen der beiden
Sprachen aus?


Es setzt sich um Ziel, sich in erster Linie auf die bestehende Theorie zu
konzentrieren und darüber hinaus die Tierbilder in Phraseologismen im Deutschen
und Vietnamesischen zu vergleichen. Der Vergleich sollte anhand eines Korpus, der
aus gesammelten Phraseologismen erstellt wird, durchgeführt werden.
1.3 Forschungsstand
Phraseologismus ist seit langer Zeit ein attraktiver Forschungsgegenstand geworden
und darüber stehen viele Materialien zur Verfügung. Dazu zählen Monografien,
Promotionsarbeit und Masterarbeit.
Auf Vietnamesisch werden die theoretische Grundlage über Phraseologie im Thành
ngữ học tiếng Việt von Hoàng Văn Hành (2004) geschrieben. Hierbei handelt es
sich um ein weitreichendes Ergebnis, was man unter Phraseologismus versteht, und
welche Merkmale weisen sie auf. Das Buch gilt auch als die erste wissenschaftliche
Untersuchung vietnamesischer Phraseologismen. Nguyễn Nhã Bản (2003)
verdeutlicht in seinem Buch: Cuộc sống của thành ngữ, tục ngữ trong kho tàng ca
dao người Viêt die Art und Weise, wie die Phraseologismen und andere verwandten
Gattungen im Alltagsleben benutzt werden. Trần Đình Trụ (2005) erklärt die

2


Bedeutungen der Phraseologismen sowie ihre Herkunft in seinem Werk: Thành
ngữ, tục ngữ lược giải.
Die Erforschung der Phraseologismen hat in Deutschland eine lange Tradition. Auf
Deutsch gelten Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache von Fleicher, W.
(1997), Phraseologie. Eine Einführung am Beispiel des Deutschen von Burger, H.
(2010) und Basiswissen deutsche Phraseologie von Donalis, E. (2009) als bekannte
Werke in diesem Bereich. Die Autoren haben über Phraseologie im Allgemeinen
geschrieben und betrachten sie in allen Aspekten, zum Beispiel Klassifikation,
Merkmale der Phraseologismen.

In der letzten Zeit interessieren sich Wissenschaftler vor allem für interkulturellkontrastiven Vergleich. Zur Verfügung stehen viele Arbeiten, in denen die
deutschen Phraseologismen mit Tierbezeichnung und dieselben in anderer Sprache
in Vergleich setzen. In der Studie Symbole in Sprachen und Kultur Studien zur
Phraseologie aus kultursemiotischer Perspektive von Dobrovolskij, D./Piirainen, E.
wurden die bekannten Symbole der Phraseologie aus den sieben Sprachen
untersucht. Davon verbindet sich eine besonders Symbolik mit Tieren. Es wurde
festgestellt, dass die symbolische Bewertung des Tiers stark auf der Kenntnis der
Natur und jener Kulturologeme beruht.
In Hinsicht auf kontrastiven Vergleich der Phraseologismen im Vietnamesisch und
anderen Sprache sind viele Forschungswerke geschrieben, wie Đối chiếu thành ngữ,
tục ngữ thông dụng trong tiếng Việt và tiếng Pháp : Xét trên bình diện ngơn ngữ và
văn hố von Trần Đình Bình (2012), Đơi chiếu thành ngữ Nga - Việt trên bình diện
giao tiếp von Nguyễn Xn Hịa (1996), Ngữ nghĩa của thành ngữ - tục ngữ có
thành tố chỉ động vật trong tiếng Anh (trong sự so sánh đôi chiếu với tiếng Việt)
von Phan Văn Quế (1996).
Bis zum Zeitpunkt meiner Untersuchung stehen sehr wenig Materialien zum Teil
über kontrastiven Vergleich im Deutschen und Vietnamesischen. Nguyễn Văn Trào
(2014) von HANU beschäftigt sich mit den Tierbezeichnungen in den
vietnamesischen und englischen Phraseologismen. Die Untersuchungsergebnisse

3


zeigen, dass jedes Tier in beiden Kulturen eignene Kulturspezifik zeigt. Lê Tuyết
Nga (2010) von VNU hat über deutsche und vietnamesische Phraseologismen und
Sprichwörter im Vergleich untersucht. Die Studie konzentriert sich auf sowohl
linguistische als auch kulturelle Aspekte. Daneben zählt eine Forschungsarbeit
Komparative Phraseologismen mit Tierbezeichnungen im Deutschen und im
Vietnamesischen im Vergleich von Lã Thị Thanh Nga (2011). Sie beschäftigt sich
vorwiegend mit den Eigenschaften der Tiere in komparativen Phraseologismen und

kommt zu dem Ergebnis, dass die Tiere in den komparativen Phraseologismen viele
Bedeutungen im negativen Sinn haben.
Allerdings gibt es bis zu diesem Zeitpunkt noch keine intensive Forschungsarbeit,
deren Schwerpunkt in den vietnamesischen und deutschen Phraseologismen mit
Tierbezeichnung liegt, die aus der linguistischen und kulturellen Sicht untersucht
wurde. Aus diesen Gründen scheint es sinnvoll, eine Arbeit zu erfassen, in der
sowohl die theoretische Grundlage als auch die empirische Untersuchung der
Phraseologismen in beiden Sprachen dargestellt werden.
1.4 Aufbau der Arbeit, Vorgehensweise und Methoden
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Haupteile. Der erste Teil stellt die
theoretischen Grundlagen dar. Im zweiten Teil wird eine empirische Untersuchung
durchgeführt.
Im Teil theoretischer Grundlagen werden zuerst die verschiedenen Ansätze aus der
vorhandenen Literatur dargestellt und diskursiv diskutiert. Der erste Teil der
theoretischen Grundlage sollte nicht nur die Definitionen, sondern auch die
Merkmale und die Klassifikation der Phraseologismen umfassen. Damit zielt er
darauf ab, unterschiedliche Auffassungen verschiedener Autoren in beiden
Sprachen gegenüberzustellen. Dieser Teil der Arbeit basiert meistens auf den
wissenschaftlichen Arbeiten, die allgemeine Kenntnisse über Phraseologismen
darstellen. Auf Deutsch wurden vorwiegend die Werke Phraseologie der deutschen
Gegenwartssprache von Fleischer, W. (1997), Phraseologie: Eine Einführung am
Beispiel des Deutschen von Burger, H. (2010) und Phraseologie: Eine Einführung

4


von Palm, C. (1997) verwendet. Auf Vietnamesisch hingegen gilt das Werk Thành
ngữ học tiếng Việt von Hoàng Văn Hành (2004) als grundlegende Literatur. Am
Ende des theoretischen Teils wird auf die Abgrenzung der Phraseologismen von
Sprichwörtern eingegangen. Zum zweiten theoretischen Bezugsrahmen der Arbeit

sollte kurz über die, in den Phraseologismen meist verwendeten Tiere, Hund und
Katze, und ihre Symbolik in den jeweiligen Kulturen dargestellt werden. Dieser
theoretische Teil dient als wichtige Grundlage für die Empirie.
Zur empirischen Untersuchung dienen die Sammlungen der Phraseologismen im
Deutschen und Vietnamesischen als verwendetes Korpus. Zur Untersuchung
werden im Deutschen drei Bände Das gre Lexikon der sprichwưrtlichen
Redensarten von Rưhrich (1994) mit ca. 15000 Belegen bzw. Redewendungen.
Wörterbuch der deutschen Idiomatik von Duden (2013) mit ca. 10000 Belegen und
im Vietnamesischen Từ điển thành ngữ và tục ngữ von Nguyễn Lân (2017) mit ca.
9700 Belegen bzw. Thành ngữ tiếng Việt von Nguyễn Lực/Lương Văn Đang (2009)
mit ca. 4000 Belegen als einschlägige Lexika herangezogen.
Bei der Beschäftigung mit den empirischen Daten sollen alle Phraseologismen mit
mindestens einer Tierbezeichnung in das erste Korpus aufgenommen werden. Zum
Beispiel: Da liegt der Hase im Pfeffer oder bẩn như trâu đầm – dreckig wie ein
Wasserbüffel. Der nächste Schritt wäre die Datenaufbereitung mit dem
Quantifizierungsverfahren als entscheidende Methode. Die Phraseologismen mit
Tierbezeichnungen werden präzise sortiert, um zu wissen, wie häufig jede
Tierbezeichnung

in

Phraseologismen

eintritt.

Danach

sollen

die


zehn

Tierbezeichnungen, die am häufigsten in jeder Sprache vorkommen, ausgewählt
und statistisch dargestellt werden. Es zielt darauf ab, einen kontrastiven Vergleich
darzustellen, welche Tiere in den beiden Sprachen am häufigsten vorkommen, und
welche eher exklusiv in einer der jeweiligen Sprachen auftreten. Durch diese
Vorstudie zielt es darauf ab, das Thema möglichst sinnvoll einzugrenzen und
dadurch ein bedeutendes Ergebnis herausziehen zu können. Danach folgt das
korpusanalytische Verfahren als Kern dieser Arbeit. Als Erstes ist eine

5


Klassifikation der Phraseologismen mit den meist verwendeten Tieren für
bedeutungsvoll gehalten wurden. Zum Zweiten sollte die symbolische Bedeutung
der ausgewählten Tiere aus kultureller Sicht erschlossen werden. Es dient dazu, die
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den deutschen und vietnamesischen
Phraseologismen mit den meist verwendeten Tieren herauszuarbeiten.
2. Phraseologie
2.1 Phraseologische Grundbegriffe
2.1.1 Zum Begriff Phraseologie
In diesem Kapitel wird eine erste Einsicht in theoretische Grundlagen der
Phraseologie gegeben. Es wird dargelegt, wie Phraseologie im engeren oder
weiteren Sinn betrachtet wird.
Im engeren Sinn nahm Palm (1997: 1) in ihrem Buch die Stellung: „Phraseologie ist
die Wissenschaft oder Lehre von fester Wortbildung einer Sache ist, die in System
und Satz Funktion und Bedeutung einzelner Wörter (Lexeme) übernehmen können“
(Palm 1997: 1). Unter Phraseologie versteht Burger (2010: 11) auch eine
Teildisziplin der Linguistik, die sich mit Phraseologismen befasst. Sie ist

doppeldeutig, nicht nur als Begriff gilt, sondern bennent auch den Objektbereich der
wissenschaftlichen Disziplin zusammenfassend.
Fleischer (1997) setzte sich kritisch in seinem wissenschaftlichen Werk mit
Auffassungen verschiedener Autoren zum Begriff der Phraseologie vom 17. Jh. bis
zu der Gegenwart auseinander. Die Mehrheit der Wissenschaftler ist der Meinung,
dass Phraseologie die Gesamtheit der entweder in einer Sprache oder einem Autor
eigentümliche Redensarten ist (vgl. Schmitz 1972 zitiert nach Fleischer 1997: 2),
oder „Idioms als eigentümliche Mundart“ (Weigand-Hirt 1909/10: I 914 zitiert nach
Fleischer 1997: 2). Hier wird herausgezogen, dass man seit langer Zeit Phraseologie
unter mündliche Übertragung betrachtet hat. Fleischer vertrat auch seine Ansicht
mit zwei Bedeutungsvarianten der Phraseologismen. Zum einen nannte er sie die
sprachwissenschaftliche

Teildisziplin,

die

sich

mit

der

Erforschung

der

Phraseologismen beschäftigt. Zum anderen ist sie der Bestand von Phraseologismen
in einer bestimmten Einzelsprache (vgl. Fleischer 1997: 3).


6


Bis heute ist Phraseologie in Vietnam trotz häufiger Benutzung im Alltagsleben
noch ein nahezu unerforschter Bereich. Hoàng Văn Hành ist einer der ersten
Linguisten, die sich mit Phraseologismen beschäftigen. Bis in die heutige Zeit ist
ihm noch nicht gelungen, Phraseologie als einen eigenständigen Forschungszweig
in der Linguistik zu behaupten, also sie von der Lexikologie abzugrenzen (vgl.
Hoàng Văn Hành 2010: 10).
Zusammengefasst wird Phraseologie sowohl von deutschen als auch von
vietnamesischen Linguisten immer noch als ein Teildisziplin der Linguistik
betrachtet.
2.1.2 Zum Begriff Phraseologismus
Zum Begriff Phraseologismen vertreten viele Autoren fast gleiche Auffassungen.
Palm (1997) betrachtete Phraseologismen aus zwei Aspekte, nämlich im engeren
und weiteren Sinn. Im engeren Sinn sind Phraseologismen ein Mittel zur
Erweiterung des Wortschatzes, zur Benennung und Verarbeitung der Welt in der
menschlichen Sprachtätigkeit (vgl. Palm 1997: 1). Sie hat die Struktur wie eine
Wortgruppe, die aus mindesten zwei Komponenten besteht, und hat auch die
Bedeutung wie eine freie Wortgruppe (vgl. Palm 1997: 2). Im weiteren Sinn hat er
Phraseologismen in drei kleine Hauptgruppe sortiert: Sprichwörter, Sagwörter und
geflügelte Worte. Burger (2010) ist auch der gleichen Meinung, dass
Phraseologismen als feste Wortbildung betrachtet wird und freie Bedeutung hat,
jedoch klassifizierte er sie nicht in kleinen Gruppen (vgl. Burger 2010: 11,13).
Sowie im Deutschen würde der Begriff Phraseologismen im Vietnamesischen
relativ einheitlich dargestellt. Phraseologismen wird als feste Wortgruppe
betrachtet, die strukturelle Festigkeit und idiomatische Bedeutung enthält. Sie
würden am liebsten im alltäglichen Leben verwendet, besonders in den Sagwörtern
(vgl. Hoang Van Hanh 2004: 27). Laut einem vietnamesischen Wörterbuch versteht
Hoang Phe (2003) unter Phraseologismen eine häufige gebrauchte Wortgruppe, die

festig ist und deren Bedeutung nicht mit ihren getrennten Wörtern erklärt wird
(Hoang Phe 2003: 915). Es wird immer noch umstritten, dass die Abgrenzung der

7


Phraseologismen von Sprichwörtern im Vietnamesischen nicht klar ist. Man
verwechselt sie ständig miteinander.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass fast alle Autoren zu einheitlichen
Meinungen gekommen, in denen keine große Differenz zu erkennen ist. Die
wesentliche Gemeinsamkeit sind Festigkeit und Idiomatizität.
2.1.3 Zur Abgrenzung von Sprichwörtern
Wenn man verschiedene verwandte Gattungen der Phraseologismen betrachtet,
stecht „Sprichwort“ hervor, weil es leicht mit Phraseologismen zu verwechseln
scheint. Burger gehört zu den wenigen Autoren, die den Standpunkt vertreten, dass
Sprichwörter meist auf Grund seiner Polylexikalität, seiner Festigkeit und seiner
Idiomatik meist den Phraseologismen zugeordnet werden. Sie würden unter der
Klasse

der

referentiellen

Phraseologismen

mit

einem

syntaktisch-


textgrammatischen Kriterium als Subklasse ausgegrenzt (vgl. Burger 2010: 106).
Dagegen behaupte Fleischer, dass Sprichwörter keine Phraseologismen sind (vgl.
Fleischer 1994: zitiert nach Fleischer 1997: 255). Palm zitiert auch in seinem Werk
die Auffassung von Röhrich/Mieder, dass Parömiologie den Wissenschaftszweig
ist, die die Sprichwörter zum Gegenstand hat (vgl. Röhrich/Mieder 1977 zitiert nach
Palm 1997: 3). Im Unterschied zu Phraseologismen werden Sprichwörter als
„selbstständige Mikrotexte“ (Burger 2010: 106) verstanden. „Sie sind in sich
geschlossene Sätze, die durch kein lexikalisches Element an den Kontext
angeschlossen werden müssen“ (Norrick 1985: 78 zitiert nach Burger 2004: 106).
Fleischer gibt auch über Sprichwörter einige Meinungen von anderen Linguisten:
„die Sprichwörter sind feste Satzkonstruktionen „mit lehrhafter Tendenz“ (Seiler
[H.i.O] 1992, 2), die sich „auf das praktische Leben“ (Peukes [H.i.O] 1977, 11)
bezieht“ (Fleischer 1997: 76). Darunter wird verstanden, dass alle Sprichwörter
wertende und normative Eigenschaften enthalten und im Alltagsleben weit
verbreitet benutzt.
Im Vienam beschäftigten sich einige Autoren auch mit dem Phänomen
„Sprichwort“. Unter Sprichwort versteht Hoàng Văn Hành einen besonderen Satz,

8


in dem alltägliche Situationen oder Erfahrungen künstlerisch angegeben werden
(vgl. Hoàng Văn Hành 2010: 31). Daneben fügt Vũ Ngọc Phan hinzu, dass
Sprichwort selbst einen vollständigen Sachverhalt ausdrücken (vgl. Vu Ngoc Phan
1978: 37 zitiert nach Hoàng Văn Hành 2010: 31). Laut des vietnamesischen
Wưrterbuches gelten Sprichwưrter als kurze Sätze, die meist Versm enthalten und
menschlichen Intellekt sowie gesellschaftliche Erfahrungen angeben (Vgl. Hoàng
Phê 2003: 1062).
Sowohl die deutschen als auch die vietnamesischen Autoren geben eine Reihe von

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Phraseologismus und Sprichwort.
Burger

(2010)

zufolge

erfüllen

Sprichwörter

die

Grundmerkmale

des

Phraseologismus: „sie sind polylexikalisch, fest und in unterschiedlichem Grade
idiomatisch“ (Burger 2010: 108).
Fleischer gibt auch eine Reihe der Gemeinsamkeiten zwischen Sprichwort und
Phraseologismus:
„Sprichwörter haben einen festen, invariablen lexikalischen Bestand, und sie haben
in den meisten Fällen „eine metaphorische, verallgemeinerte Bedeutung“ (TELIJA
1975, 427), die nicht identische ist mit dem unmittelbar im Satz mit geteiltem
Sachverhalt. Es steckt ein zu erschliender und nicht mit der wưrtlichen Bedeutung
ohne weiteres gegebener „tieferer Sinn“ darin.“ (Fleischer 1997: 76)

Im Vergleich zu den Phraseologismen stellt Sprichwort eigene Mikrotexte dar, nicht
im Lexikon gespeichert sind und nicht wie lexikalischen Einheiten reproduziert
werden (Vgl. Fleischer 1997: 76). Außerdem weisen sie keine formalen

Möglichkeiten des Anschlusses an den Kontext auf (vgl. Häusermann 1977: 113
zitiert nach Fleischer: 76). Ein wichtiger Punkt, in dem Sprichwörter von
Phraseologismen abgegrenzt sind, ist das historische Merkmal. Die Sprichwưrter
sind historisch fixiert. Der grưßte Teil der Sprichwưrter stammte aus dem
Mittelalter. Als „Blühzeit des deutschen Sprichworts“ wird allgemein das 15.-16.
Jh. angegeben. Dagegen sind Phraseologismen nicht in dieser Weise historisch
begrenzt (vgl. Fleischer 1997: 77). Im Großen und Ganzen gibt es im Deutschen
immer noch unterschiedliche Ansichten über die Grenze zwischen Sprichwort und
9


Phraseologismus. Manche sind der Meinung, dass Sprichwörter ein Zweig der
Phraseologismen.
Nguyen Dinh Hung hat in seinem Werk eine Tabelle gegeben, in der die
Differenzierung der Phraseologismen und Sprichwörter zusammengefasst sind:
untersuchende
Gesichtspunkte
Grammatische
Struktur
Literarische Funktion

logische Denkweise

Phraseologismen

Sprichwörter

feste Wortgruppe

vollständige/geschlossene Sätze


ästhetische Funktion

ästhetische Funktion
kognitive Funktion
belehrende Funktion
Vermutung/Einschätzung
ausdrücken
Informationsfunktion

Begriff ausdrücken

Benennungsfunktion mittelst Wörter
und fester Wortverbindungen
Ein Phänomen im Bereich der
Ein Phänomen im Bereich der
Sprachwissenschaft
Soziolinguistik
Tabelle 1: Phraseologismen und Sprichwörter im Vergleich (vgl. Nguyen Dinh Hung 2007: 12)

Funktion der
Sprachform

Aus der Tabelle ist zu ersehen, dass Phraseologismen und Sprichwörter einige
ähnliche Eigenschaften aufweisen. Jedoch besteht eine klare Abgrenzung aus nicht
nur grammatischen sondern auch semantischen Sicht. Darum gelten sie als zwei
verschiedene Disziplinen der Linguistik.
Es ist nachdrücklich zu bemerken, dass es leicht ist, die beiden Begriffe miteinander
zu verwechseln. Aus diesem Grund ist dieser Teil von großer Bedeutung ist, damit
ein richtiges Korpus für die Empirie erstellt wird.

2.2 Eigenschaften der Phraseologismen
2.2.1 Polylexikalität
Das erste Merkmal der Phraseologismen würde Polylexikalität genannt. Davon
spricht man, dass Phraseologismen nicht nur aus einem Wort bestehen, sondern aus
zwei oder mehreren Wörtern, die in einer festen Verbindung stehen. Es gibt keine
obere Grenze der Wortmenge. Problematisch ist, was man unter „Wort“ versteht.
Burger geht aber nicht auf dieses Problem ein. I.d.R definiert er nur, dass der Satz
als die obere Grenze phraseologischer Wortverbindungen gilt und die untere Grenze
nur mindesten zwei Wörter oder minimale Phraseologismen ist (vgl. Burger 2010:
10


15). Darüber hinaus erwähnt Burger zwei Kriterien der Wörter innerhalb eines
Phraseologismus, nämlich Synsematika als Funktionswörter und Autosemantika als
Inhaltswort.
Fleischer (1997) nimmt an, dass Phraseologismen auch als „Wortgruppenlexeme“
oder „Paralexeme“ (d.h. Wortschatzeinheiten, die in Form von Wortverbindungen
auftreten) (Viehweger 1997: 298, Fix 1979: 6 zitiert nach Fleischer 1997: 63)
bezeichnet.
Palm erwähnt auch dieses Merkmal aber nicht in einem Kapitel, sondern nur
einfach in einem Satz „ein Phrasem hat die Minimalstruktur einer Wortgruppe, d.h.
es besteht aus mindesten zwei Einheiten des lexikalischen Systems, Lexemen
(Wưrtern)“ (Palm 1997: 2)
Hồng Văn Hành (2004) erwähnt nicht in seiner Arbeit die Polylexikalität als einen
Charakter der Phraseologismen.
2.2.2 Stabilität/Festigkeit
Festigkeit oder Stabilität ist ein sehr wichtiges Merkmal der Phraseologismen,
wodurch man sie von freier Wortverbindung unterscheiden. Burger (2010) benutzt
den Begriff „Festigkeit“ und behauptet in seiner Arbeit, dass die Gebräuchlichkeit
in einem synchronen Sprachquerschnitt als Grundbedingung der Festigkeit gilt. Ein

Phraseologismus konnte man verstehen und gebrauchen, ohne die Bedeutung der
einzelnen Wörter zu kennen. Besonders hat er die Festigkeit in drei Aspekte
aufweist, die unten zusammenfassend sind (vgl. Burger 2010: 15-29):
(1) Pyscholinguistische Festigkeit
„Der Phraseologismus ist mental als Einheit „gespeichert“ ähnlich wie ein Wort, er
kann als ganzer abgerufen und produziert werden“ (Burger 2010: 16). Hier führte
Burger ein Beispiel eines Tests zu. Bei einer Lücke in einem Phrasem müsste der
Versuchsperson ein Wort ergänzen. Das Ergebnis zeigt, dass die Person das Wort
im Kopf gespeichert hat und es nur abrufen musste. Und es kamm nur ein
bestimmtes Wort sein.
(2) Strukturelle Festigkeit (Gegenbegriff: freie Wortbildung)
Die Phraseologismen müssen eine (relativ) feste lexikalische Besetzung aufweisen,

11


und man kann eine der Komponenten nicht durch anderes bedeutungsähnliches
Wort ersetzen (vgl. Burger 2010: 22). Jedoch ist die strukturelle-lexikalische Art
von Festigkeit sehr stark relativieren. Das heißt, es gibt noch zwei Aspekte einer
Realivierung der Festigkeit, nämlich
-

Variation (usuelle Erscheinung):
bis zum Hals / bis über den Hals

-

Modifikation (okkasionelle Erscheinung):
Guter Rat ist teuer / Schlechter Rat ist teuer (als Schlagzeile einer Zeitung)


(3) Pragmatische Festigkeit
Die Festigkeit wird im Hinblick auf typische (mündliche und schriftliche)
Kommunikationssituation betrachtet. Die Phraseologismen sind „in dem Sinne fest,
dass sie in den betreffenden Situationstypen an bestimmten, funktional definierten
Stellen auftreten“ (Burger 2010: 28). In manchen Fällen weisen sie auch die
strukturelle Festigkeit.
Fleischer (1997) gibt unter „Stabilität“ folgende Erläuterung:
„Mit der Idiomatizität hängt es zusammen, dass dem Austausch der phraseologischen
Komponenten in der Regel weit engere Grenzen gesetzt sind als in einer freien
syntaktischen Wortverbindung. In vielen Fällen ist ein solcher Austausch überhaupt
nicht

möglich;

es

liegt

eine

lexikalisch-semantisch

Stabilität

vor.

Die

Gesamtbedeutung des Phraseologismus ist an die Kombination einzelner konkreter
lexikalischer


Elemente

gebunden

und

hat

in

dieser

Hinsicht

keinen

Modellcharakter.“ (Fleischer 1997: 36)

Er erwähnt einige Aspekte von der Stabilität, wie die Nicht-Ersetzbarkeit der
landschaftlich-territorialer Dubletten oder das einzige Vorkommen der unikalen
Komponenten in den Phraseologismen. In diesem Fall sind die Meinungen von
Fleischer und Burger teilweise einheitlich, zwar nur aus verschiedener
Betrachtungsweise des Problems. Außerdem berücksichtigt Fleischer auch die
syntaktische Anomalie von Phraseologismen als syntaktisch-struktureller Art der
Stabilität, jedoch in verschiedener Hinsicht, zwar einerseits in der syntaktischen
Verbindung

der


Komponenten

und

andererseits
12

in

Beschränkungen

der


Transformation, der transformationellen Defektivität (vgl. Fleischer 1997: 47). Er
stellt gegenüber Burger noch einen weiteren Aspekt der Stabilität dar, nämlich von
nichtidiomatischen Konstruktionen. Obwohl scheint dieser Aspekt mit der so
genannten Idiomatizität (im Kapitel 2.1.2.3) recht uneinig zu sein, behandelt er ihn
trotzdem. Sie werden hier als „Nominationstereotype“ (Fleischer 1997: 58)
bezeichnet. Dauntern sind: nichtidiomatisierte Wortpaare (in der Reihenfolge
nichtvertauschbar); Nominale und verbale Klischees; Klischee, die in der
mündlichen Kommunikation des Alltags verwendet werden; Wortverbindungen aus
Attribut und Substantiv; usw. Diese Stereotype weisen die Stabilität durch die
Stabilität der entsprechenden Beziehung der außersprachlichen Realität (vgl.
Fleischer 1997: 61). Aus Grund dessen behaupte Burger wiederum: „Festigkeit ist
auch deshalb ein Begriff mit vielen Facetten, weil er aus unterschiedlichen
Perspektiven angegangen werden kann. Je nach Perspektive ergeben sich
unterschiedliche Definitionen und zeigen sich unterschiedliche Symptome“ (Burger
2010: 32).
Hoang Van Hanh (2004) vertritt auch die Meinung, dass die lexikalischen Einheiten

in einem Phraseologismus stabil sind, d.h. die Einheiten bleiben während ihrer
Benutzung unveränderlich, und werden nicht durch andere Worte ersetzt. Ein
Beispiel zu führen ist, dass man nur Chân đăm đá chân chiêu – und nicht Chân phải
đá chân trái benutzt. Beide Sätze bedeuten rechtes Bein schießt linkes Bein obwohl
đăm und chiêu in der Altersprache phải (recht) und trái (link) bedeuten. Aus
syntaktischer Sicht bleiben die Stellungen der Einheiten in einem Satz auch statisch.
Dazu liegen folgendes Beispiel vor: tai to mặt lớn (groß - Ohr, groß - Gesicht) und
nicht mặt lớn tai to (gr - Gesicht, gr - Ohr) (vgl. Hồng Văn Hành 2004: 28)
Der Grund für diese Merkmale ist vermutlich der intensive Sprachgebrauch der
Einheimischen. So kann man erklären, dass diese Phraseologismen früher nur freie
Wortgruppe waren, die frei benutzt werden. Wegen der häufigen Benutzung der
mündlichen und schriftlichen Art werden sie aufgenommen und weiter übertragen.
Jedoch wissen wir, dass es aufgrund der mündlichen Überlieferung viele Varianten

13


der Phraseologismen gibt. Sie werden durch Hinzufügen weiterer Wörter oder
Trennen von Sätzen erneut gebildet und flexibel verwendet. Deshalb heißt Stabilität
m. E nicht immer stabil, sondern veränderbar unter Akzeptieren in der alltäglichen
Kommunikation. Daher vergrưßern sich die Menge der Phraseologismen im Laufe
der Zeit.
Es ist zu sehen, dass deutsche und vietnamesische Ansichten über Festigkeit oder
Stabilität im Grunde genommen relativ ähnlich sind. Es bezieht sich auf sowohl die
Elemente als auch ihre Stellungen im Satz. Nur dass, deutsche Autoren tiefgehend
geforscht und mehr verschiedene Aspekte als vietnamesische Autoren betrachtet
haben.

Dieser


kleine

Unterschied

liegt

eventuell

in

unterschiedlichen

Definitionsversuch eines Phraseologismus in den beiden Kulturen (dazu mehr unter
Kap. 2.1.2).
2.2.3 Idiomatizität
Da diese Studie den Schwerpunkt auf den Stellenwert der Tiere und den engen
Zusammenhang zwischen Sprache und Kultur legt, gilt die Idiomatizität als
bedeutende Aspekte für die Empirie.
Idiomatizität gilt als eines der wichtigsten Merkmale der Phraseologismen, das von
allen Autoren betrachtet wurde. Durch dieses Merkmal sind Phraseologismen im
Vergleich zu allen anderen Wortgruppen besonders. In den Phraseologismen besteht
meistens „eine Umdeutung oder semantische Transformation, die die Komponenten
im Phrasem erfahren“ (Palm 1997: 9). Palm führt auch ein typisches Beispiel von
Fleischer an: Ich verstehe immer nur Bahnhof, weil er so undeutlich spricht. Hier
sieht man eine fremde Wortverbindung, nämlich Bahnhof verstehen. Nur aus dem
Sehen erkennt man hier keine semantische Relation zwischen Bahnhof und
verstehen. Aber zur Gesamtbedeutung verstehen wir: nichts verstehen. Diese Fälle
kommen sehr oft in den Phraseologismen vor. Hier wird von idiomatischer
Bedeutung gesprochen, die eine wesentliche Rolle in den Phraseologismen spielt.
Idiomatizität nach der Meinung von Fleischer (1997) ist der Fall, dass ein

irreguläres Verhältnis zwischen der Bedeutung der Wortkomponenten und der

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